Ziegel 2.0 – die Neuerfindung der Backsteine

Ziegel 2.0 – die Neuerfindung der Backsteine

In Kürze:

Ziegelsteine sind in der Herstellung für Umwelt und Klima problematisch. Einige Startups haben nun Alternativen entwickelt.

Das Bewohner von Norddeutschland kennt man sich aus mit Backsteinen. Lübeck zum Beispiel gilt als Mutter der Backsteingotik. Noch heute wird der Fritz-Höger-Preis alle drei Jahre von der Initiative Bauen mit Backstein ausgelobt. Benannt ist der Preis nach dem Architekten und Baumeister Fritz Höger, dem die Stadt Hamburg eine Vielzahl ikonischer Gebäude aus Backstein verdankt. Am bekanntesten davon das Chilehaus.

Hamburger Chilehaus (Von Anita Janda – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82684321)

Das Problem mit Ziegel und Backstein und neue Lösungen

Obwohl sie aus natürlichen Materialien hergestellt werden, gibt es bei Ziegeln bei jedem Schritt ihrer Herstellung Probleme.

Ziegel wurden als Ersatz für Natursteine genutzt, in Gegenden, wo diese selten vorkamen, dafür aber Lehm. Der Abbau von Ton entzieht dem Land den fruchtbaren Mutterboden und hemmt das Pflanzenwachstum.

Bei der konventionellen Ziegelherstellung wird der Ton geformt und in Öfen bei Temperaturen von bis zu 1.250°C gebrannt. Der Großteil der Ziegelöfen wird mit fossilen Brennstoffen beheizt, die zum Klimawandel beitragen.

Kenoteq

Die britische Brick Development Association hat nun eine Grafik veröffentlicht, die zeigt, wie die Ziegel des Startups Kenoteq helfen, weniger Produktionsenergie und CO2 zu verbrauchen sowie Abfall zu reduzieren.

Aber Kennteq ist nicht der einzige Hersteller, der die Idee Backstein mit neuem, nachhaltigerem Leben füllen will:

Qube

Zusammen mit seinen Klassenkameraden Agnimitra Sengupta, Ankan Podder und Utsav Bhattacharyya gründete Banerjee 2017 ein Sozialunternehmen namens Qube. Sein Produkt ist der Plastiqube – ein alternativer Ziegelstein aus Kunststoffabfällen.

ClickBrick

Das niederländische Unternehmen Wienerberger hat mit dem ClickBrick ein System entwickelt, dass seinen Fokus auf Nachhaltigkeit hat. Es reduziert den Einsatz von Baumaterialien, es führt zu wartungsfreien Fassaden und es zeichnet sich durch maximales Recycling aus.

ECO-BRICKS

Die Argentinier Fabian Saieg, Leandro Lima und Leandro Miguez haben in der Provinz Córdoba die gemeinnützige Organisation Eco Inclusión gegründet. Eines Ihrer Projekte: ECO-BRICKS.

ECO-BRICKS haben das Aussehen eines herkömmlichen Zementziegels, sind aber leichter und isolierender. 0,66 Kilo Kunststoffabfälle oder 20 Flaschen (1,5 Liter Fassungsvermögen) werden benötigt, um einen Ziegelstein herzustellen.

Der Herstellungsprozess der Ziegel ähnelt der traditionellen Produktion von Bauziegeln: Der Kunststoff wird zerkleinert, durch Zugabe von Sand, Zement und Wasser wird eine Mischung hergestellt, die mit einem Block, der als Urform dient, zu Ziegeln verarbeitet wird.
Die Ziegel härten durch den Kontakt mit der Luft aus. Das heißt, während des gesamten Prozesses wird keine Wärme benötigt.

Für eine Konstruktion von 70 m2 werden etwa 4000 Ziegel benötigt.
Für die Herstellung werden Kunststoffe verwendet, die auf dem Markt keinen Mehrwert mehr haben (sie werden nicht recycelt) und sicher und einfach zerkleinert werden können.

Kennen Sie weitere Alternativen zu den klassischen Ziegelsteinen oder haben Sie sogar eine eigene Lösung entwickelt?

Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail Wir würden uns freuen, Ihre Lösung auf unserer Plattform präsentieren zu können!

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Von:
Felix Erdmann

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