Zurückkehren zur Natur – Urbane Dachgärten und grüne Fassaden

Zurückkehren zur Natur – Urbane Dachgärten und grüne Fassaden

Photo by Francesco Ungaro on Unsplash
In Kürze:

Bisher fördern laut dem Bundesverband GebäudeGrün 26% der Großstädte in Deutschland den Bau von Gründächern und 24% den Bau von begrünten Fassaden. Warum sich das verbessern muss.

Eine grünere Innenstadt wünschen sich immer mehr Menschen, um sich in den zumeist noch sehr grauen Städten wohler zu fühlen. Diese haben durch ihr Wachstum Lebensräume von Tieren und Insekten fragmentiert und die Natur verdrängt. 3,3 Millionen Hektar sind in Deutschland durch Siedlungsfläche versiegelt worden und haben damit das Klima vor allem in Städten verändert. Dieser Effekt nennt sich „Heat Island“ und beschreibt das Phänomen, dass es in Städten deutlich wärmer wird als im weniger dicht besiedelten Umland. Hauptursachen dafür sind langsamere Windgeschwindigkeiten in Städten und die fehlende Verdunstungskühle von Niederschlag. Letzteres ergibt sich aus der direkten Ableitung des Niederschlagswassers in die städtischen Kanalsysteme. Außerdem speichern Gebäude die Wärme der Sonne und erhöhen damit auch in der Nacht die Temperaturen.

Das Auenland als Vorbild – Photo by Thomas Schweighofer on Unsplash

Eine Lösung für diese Probleme ist die Begrünung von Dächern und Fassaden. Denn Pflanzen können einen großen Teil der Energie der Sonne für sich nutzen und damit den Rest der Gebäudehülle vor Erwärmung schützen. Außerdem kann auf begrünten Dächern, je nach Aufbau und Bepflanzung, zwischen 30% bis 100% des jährlichen Niederschlags zurückgehalten werden. Die Pflanzen benötigen Wasser für ihr Überleben und gleichzeitig sorgen sie dabei durch die Verdunstung des Wassers, die in den Städten sonst ausbleibt, für Abkühlung rund um die begrünte Fläche.

73% der Städte in Deutschland senken die Abwassergebühren für Gründächer

Dem gegenüber stehen höhere Investitions- und Instandhaltungskosten im Vergleich zu konventionellen Dächern. Bisher fördern laut dem Bundesverband GebäudeGrün 26% der Großstädte in Deutschland den Bau von Gründächern und 24% den Bau von begrünten Fassaden. Positiv zu vermerken wäre jedoch, dass der Anteil an Städten mit Förderprogrammen in den letzten Jahren immer weiter ansteigt. Bei der Instandhaltung ist darüber hinaus von Vorteil, dass bereits 73% der Städte die Abwassergebühren für Gründächer senken oder erlassen. Diese Einsparung verkleinert den Unterschied zwischen den Instandhaltungskosten der beiden Dachtypen.

Biomasse zurückgewinnen

Eine Langzeitstudie, welche in Kooperation der Universitäten Radboud, Krefeld und Sussex entsandt, zeigt einen deutlichen Rückgang der Insektenbiomasse in deutschen Naturschutzgebieten. Die Ergebnisse der Studie ergeben, dass es im Zeitraum von 1989 bis 2016 einen Rückgang der Insektenbiomasse von 76% gegeben hat. Diesem Insektensterben und dem Verlust der Biodiversität würde der zurückgewonnene Lebensraum in grüneren Städten zumindest teilweise wieder entgegenwirken können.

Insgesamt können Gründächer damit neben den weichen Faktoren wie Lebensqualität und Ästhetik der Städte auch reale Veränderungen des Stadtklimas bewirken. Einzig der Wille zur höheren Investition bremst die positiven Effekte eines Gründachs bisher noch aus. Ohne ein Umdenken der Baubranche und der Bauherren, nicht nur bei Dachbegrünungen, wird immer noch lieber günstig statt nachhaltig gebaut. Um jedoch mit etwas positiven zu enden: Auch hier zeigt sich, vergleichbar zu der kommunalen Förderung, ein positiver Trend hin zu immer mehr Bereitschaft nachhaltig zu bauen.

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Von:
Mirco Wittkugel

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